20. Mai 2020 | | 0 Kommentare

Tobias: „Rechtzeitig Gedanken über Alternativen machen“ Studium der Informatik an der Ostfalia in Wolfenbüttel, zuvor TU Braunschweig

Angefangen hat alles in der 7. und 8. Klasse insbesondere mit dem Bereich der Webentwicklung, den ich mir größtenteils selbst angeeignet habe, da mir der Informatikunterricht in der Schule nicht schnell genug voranging. Seitdem interessiere ich mich für das Programmieren und stellte schon während meiner Schulzeit so relativ große Projekte auf die Beine. Zum Abitur im Jahr 2015 erhielt ich auf der Bühne der Aula von meinem damaligen Informatiklehrer ein großes Lob. Er sagte sinngemäß, dass es nur sehr selten solche Schüler wie mich gäbe, die mehr Fachkenntnisse als ihre Lehrer hätten.

Da ich auch in allen Schuljahren immer eine 1 bzw. 15 Punkte in Informatik auf den Zeugnissen stehen hatte und mich auch privat sehr viel mit dem Thema befasste, stand schon schnell fest, dass ich Informatik studieren möchte. Andere Alternativen gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Ziel war es für mich, auch den Wünschen meiner Eltern entsprechend, einen möglichst gradlinigen Weg ins Berufsleben zu absolvieren.

Bereits im ersten Fachsemester an der TU BS gab es einen Rückschlag. Ich bin durch die Prüfung Lineare Algebra durchgefallen. Auf einen solchen Rückschlag war ich nicht vorbereitet, da ich dies aus meiner Vergangenheit nicht kannte. Im zweiten Semester traute ich mich dann nicht, Analysis zu belegen. Später bereiteten mir auch die Wahlpflichtfächer aus dem Mathebereich Probleme. Somit rutschte ich nach und nach aus dem Musterstudienplan heraus und bemerkte, dass das Studium nicht mehr in Regelstudienzeit schaffen werde. Dies führte auch zu immer mehr Stress mit meinen Eltern. Letztlich konnte ich immer irgendwie eine Lösung finden, wie ich das Studium noch beenden kann und ging somit optimistisch an jede Prüfung heran. Vielleicht jedoch auch manchmal zu optimistisch…

Ich befand mich schließlich auf der Zielgeraden und hatte nur noch zwei Mathewahlpflichtmodule im Drittversuch vor mir. Parallel zur letzten Prüfung wollte ich die Bachelorarbeit schreiben. Leider kam es dann nicht soweit, denn ich fiel zum dritten Mal durch Algebra durch und konnte auch in der mündlichen Nachprüfung nicht genug Leistung erbringen.

Wald
Bildnachweis: privat

Somit schien auf einen Schlag mein ganzes Studium verloren. Der Prüfer konnte mir hier leider auch nicht wirklich helfen und verwies mich nur an die Studiengangskoordinatorin der Fakultät für das Fach Informatik. Zumindest hatte ich somit eine Anlaufstelle. Dort erhielt ich den Tipp, mich an das Projekt Wegbereiter zu wenden, das ich eigenständig wohl nicht gefunden hätte. Da die mündliche Prüfung Ende September stattfand und gleichzeitig schon Bewerbungsschluss für viele Ausbildungen war, suchte ich noch schnell ein paar Stellen, wo ich mich bewerben könnte und schickte binnen zwei Tagen alle Bewerbungen raus, um die Frist einhalten zu können. Meine Partnerin hat mich in diesem Prozess sehr unterstützt, vor allem hinsichtlich der Suche nach für mich passenden Berufen. Da ich nebenbei schon seit vielen Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv war, brachte Sie mich auf die Idee, dieses Hobby zum Beruf zu machen. Ich bewarb mich also bei verschiedenen Berufsfeuerwehren sowie dem DRK in der Region. Meiner Partnerin bin ich sehr dankbar, dass sie mich dazu ermutigt hat, auf diese Art einen alternativen Weg einzuschlagen.

Bei dem ersten Treffen der Wegbereiter erklärte ich ausführlich meine Situation. Anschließend wurden mehrere Schwerpunkte gesetzt, mit denen ich mich befassen musste. Am wichtigsten im ersten Moment war, meinen Studentenstatus zu behalten, da ich auch nebenbei als Werkstudent bei einer großen Firma gearbeitet habe. Ich habe mich also zunächst in den Studiengang Wirtschaftsinformatik eingeschrieben, um den Studentenstatus und somit den Job behalten zu können. Dies war zwar einiges an Papierkram, aber die Ansprechpartner der Prüfungsämter und des Studienservicecenters waren hier sehr hilfsbereit.

Anschließend gab es viele hilfreiche Tipps, wie ich meinen Eltern von der Situation berichten kann, welche Alternativen ich ansonsten noch habe und auf welchen Seiten und Veranstaltungen ich mir auch weitere Informationen auf dem Weg zu einer erfolgreichen Bewerbung bei der Feuerwehr suchen kann.

[Fortsetzung folgt…. in 2 Wochen]

 

 

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