3. März 2020 | | 0 Kommentare

Julia: „Mutig Alternativen in Betracht ziehen und umsetzen“ Ausbildung zur Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung

Der Zeitpunkt war gekommen. Für mich stand fest: „So kann es nicht weitergehen. Es muss sich etwas verändern.“ Mein Informatikstudium zog sich in die Länge und verzehrte immer mehr Geld. Trotz intensiven Lernens klappten die Klausuren nicht und die erhofften Leistungspunkte blieben aus. Meine Motivation befand sich endgültig im Keller.

Schon zur Schulzeit war mein Interesse an den Naturwissenschaften groß. Zusätzlich interessierte ich
mich privat für die Informatik und vor allem für das Programmieren und die Softwareentwicklung. Ich
war fasziniert davon, später mal einen Job in der Softwareentwicklung zu haben. Um diesen Traum in
die Tat umzusetzen, stand nach dem Abitur für mich sehr schnell fest: „Ich studiere Informatik.“ Und
so kam es dann auch.

Mit der Zeit stellte sich jedoch heraus, dass ein Informatikstudium sehr theoretisch ist. Angetrieben von dem Gedanken: „Naja, manche Sachen sind eben etwas zäher, aber da muss man durch. Danach wird es besser.“ schleppte ich mich von Semester zu Semester. Doch es wurde nicht besser, eher schlimmer. Ich konnte mich nicht mehr für das Studium motivieren oder gar begeistern. Das Studium verfolgte mich rund um die Uhr. Meine Gedanken beschäftigten sich mit nichts anderem mehr. Aufgeben war für mich keine Option, denn schließlich wollte ich meinen Traum verwirklichen. Doch schließlich fing ich an zu zweifeln, ob mein augenblicklicher Weg wirklich der Richtige für mich war.
Es ging einfach nicht voran. Also waren Alternativen gefragt.
Nach einigen Recherchen fand ich heraus, dass es Alternativen gibt. Eine gefiel mir sofort. Eine Ausbildung zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung schien die rettende Alternative zu sein, um meinen Traum doch noch in die Tat umzusetzen und beruflich endlich durchzustarten. Doch das Ganze nagte an mir: „Willst Du wirklich wirklich das Studium nach all der Zeit abbrechen? Du bekommst doch keinen Ausbildungsplatz mehr. Du kommst mit einem abgebrochenem Studium daher und bist jetzt zu alt dafür.“
Ich sah die rettende Lösung für all meine Probleme direkt vor mir. Doch trotzdem schien sie zu weit entfernt oder erst gar nicht möglich zu sein. Vollkommen vom Mut verlassen und total unsicher stieß ich im Internet auf das Projekt Wegbereiter. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch verfasste ich eine E-Mail und schickte sie schließlich unter Aufbringung meiner letzten Kraft ab. Schnell kam eine Rückmeldung und eine Einladung zu einem ersten Gespräch. Ich sagte zu.

Voll mit innerlicher Angst, dass ich auf ewig im Kreislauf Studium gefangen bleibe und keine Alternative finden werde, die mich wieder richtig glücklich macht, motiviert und voller Energie und Kraft morgens aufstehen lässt, begab ich mich am Tag des ersten Gesprächs auf den Weg. Doch schon nach den ersten paar Minuten, verflüchtigte sich die ganze Angst. Ich erfuhr, dass ich nicht alleine bin. Es gibt viele, die ein abgebrochenes Studium im Lebenslauf aufweisen. Zudem erfuhr ich, dass ein bewusst abgebrochenes Studium nichts Schlimmes ist. Man muss jedoch selbst dazu stehen. Dann kann man das auch nach außen hin vertreten. Auch wurde ich darin beruhigt, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass man auch als Studienabbrecher nach einem längeren Studium noch einen Ausbildungsplatz sucht.
Gestärkt von diesen beruhigenden ersten Worten und einer ausgiebigen Analyse, was ich eigentlich nun wirklich will, machte ich mich ans Bewerben. Denn klar war für mich, dass es Veränderungen in meinem Leben geben muss. Die Tipps und Verbesserungsvorschläge, die ich zu meinen Bewerbungsunterlagen erhielt, waren eine sehr große Hilfe. So fand ich Mut, eine Bewerbung nach der anderen abzuschicken.
Ich hatte damals beim Abitur überhaupt nicht in Betracht gezogen, eine Ausbildung zu machen, da es hieß: „Wenn Abitur und die Chance auf ein Hochschulstudium, dann mach es.“ Doch nun, nachdem ich beim Projekt Wegbereiter erfuhr, dass auch andere Wege zum Ziel führen können, kamen mein Selbstbewusstsein und meine Entschlossenheit wieder zu Kräften. Ich entschied mich endgültig dazu, mein Informatikstudium abzubrechen und stattdessen eine Ausbildung zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung zu machen. Noch nie schien mein Traum, in der Softwareentwicklung tätig zu sein, näher. Natürlich endeten einige Bewerbungen mit Absagen. Aber überzeugt davon, dass ich in der Ausbildung endlich die Alternative gefunden habe, die mir wieder Struktur, Sicherheit und eine Zukunft bringt, veranlasste mich dazu, tapfer weiter zu machen. Die Tipps, die ich zum Thema Bewerbungsgespräch erhielt, waren ebenfalls eine sehr große Hilfe. So schaffte ich es, mich durch die einzelnen Bewerbungsverfahren zu arbeiten und kam gut voran.

Ich bin für jedes einzelne Gespräch bei Wegbereiter dankbar: Das kontinuierliche, individuelle Reflektieren und Analysieren der eigenen Gedanken und Ängste verhalf mir dazu, alle Hindernisse zu
überwinden. Das Projekt Wegbereiter hat mir sehr bei meiner Entscheidungsfindung geholfen. Ich habe durch die Hilfe von Wegbereiter Mut gefunden, eine Alternative nicht nur in Betracht zu ziehen, sondern sie auch in die Tat umzusetzen, wenn ich davon überzeugt bin, dass sie zu mir passt.
Und schließlich bekam ich eine Zusage. Ich habe es nicht für möglich gehalten, aber ich habe eine Zusage von meinem Wunscharbeitgeber erhalten. Das ist einfach super. Ich freue mich riesig darauf, bald meine Ausbildung zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung zu beginnen. Ich kann endlich wieder ruhig schlafen, bin überglücklich, motiviert, begeistert und voller Tatendrang. Mein Traum wird endlich Wirklichkeit.

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